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Corona Hilfs-Fonds

Corona Hilfs-Fonds

UPDATE: 14.4.2020

Schrittweise werden seitens der Bundesregierung mehr Details zu den einzelnen Fördertöpfen präsentiert. In zahlreichen Fällen jedoch noch ohne näher ins Detail zu gehen.
Betreffend des neu erstellten, und mit 15 Mrd. EUR gefüllten „Corona-Hilfs-Fonds“ sind nun die ersten Förderrichtlinien betreffend der Aufnahme von Finanzierungen und der Garantieleistungen der neu gegründeten COVID-9 Finanzierungsagentur verfügbar.

Informationen und Richtlinien betreffend der angekündigten Zuschüsse werden wohl in den nächsten Wochen veröffentlicht.

Anmerkung
Wir halten unsere Informationen so gut als möglich aktuell. Auf Grund der laufenden Änderungen ersetzen diese jedoch in keinster Weise eine detaillierte und individuelle Beratung! Sollten Sie Fragen haben, stehen wir jederzeit während unserer Kanzleizeiten für ein Beratungsgespräch zu Ihrer Verfügung.

Corona Hilfs-Fonds

Über den Corona Hilfs-Fonds können Unternehmen und Branchen, die durch Maßnahmen wie Betretungsverbote, Reisebeschränkungen oder Versammlungsbeschränkungen besonders betroffen sind und Liquiditätsprobleme haben, eine Finanzierung unter Gewährung einer Garantie des Bundes beantragen. Die Höhe und die Konditionen hängen dabei vom Grad der Beeinträchtigung, Bonität und wohl weiteren Faktoren ab. Im Folgenden finden Sie Antworten auf die wesentlichsten Fragen.

Wer wickelt die Förderung ab?
Die neugegründete COFAG – Covid-19 Finanzierungsagentur gemeinsam mit AWS, ÖHT und OeKB; Single-Point of Contact ist die Hausbank.

Begünstige Unternehmen
Finanzielle Maßnahmen nach diesen Richtlinien dürfen nur zu Gunsten von Unternehmen gesetzt werden, bei denen nachstehende Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind:
– das Unternehmen hat seinen Sitz oder eine Betriebsstätte in Österreich; und
– das Unternehmen übt eine wesentliche operative Tätigkeit in Österreich aus.

Nicht begünstigte Unternehmen – Ausschlussgründe
Ausgenommen von der Gewährung finanzieller Maßnahmen sind grundsätzlich Unternehmen des Finanzsektors (insbesondere Banken, Versicherungsunternehmen, Wertpapierfirmen und Wertpapierdienstleistungsunternehmen sowie Pensionskassen).

Weiter dürfen finanzielle Hilfsmaßnahmen nicht für Unternehmen gewährt werden die bereits zum Zeitpunkt 31.12.2019 in Schwierigkeiten waren. Dies ist laut der Verordnung der EU (Nr. 651/2014) insbesondere dann der Fall wenn

  • bei einer GmbH durch angelaufene Verluste mindestens die Hälfte des gezeichneten Stammkapitals aufgebraucht ist (hier bestehend Ausnahmen für innerhalb der letzten 3 Jahre gegründete Unternehmen sowie Start-Ups);
  • bei einer Personengesellschaften (insb. KG und OG) mehr als die Hälfte der in den Büchern ausgewiesenen Eigenmittel infolge von angelaufenen Verlusten verloren gegangen ist (hier bestehend Ausnahmen für innerhalb der letzten 3 Jahre gegründete Unternehmen sowie Start-Ups);
  • das Unternehmen Gegenstand eines Insolvenzverfahrens ist der die Voraussetzung für die Eröffnung eines eben solchen erfüllt.
  • das Unternehmen bereits Rettungshilfe erhalten hat und die dahinter liegenden Finanzierungen noch nicht vollständig rückgeführt wurden.

Höhe der finanziellen Maßnahmen
Zur Ermittlung des Betrachtungszeitraums ist auf die bei Gewährung der finanziellen Maßnahme erwartete Dauer der wirtschaftlichen Auswirkungen auf das Unternehmen in Folge der Ausbreitung von COVID-19, die zu den Liquiditätsschwierigkeiten geführt haben, abzustellen. In einem ersten Schritt ist ein Betrachtungszeitraum vom 1. März 2020 bis 30. September 2020 heranzuziehen.

Der genaue Betrachtungszeitraum ist im Antrag zu konkretisieren. Ein längerer Betrachtungszeitraum ist möglich, wenn es die besonderen Verhältnisse des Unternehmens (zum Beispiel Saisonalität des Geschäftsmodells, besonders intensive nachteilige wirtschaftliche Auswirkungen in einer Branche) erfordern.

Auskunfts- und Einsichtsrechte, Berichtspflicht COFAG
Die COFAG hat vom Unternehmen zur Prüfung der zweckgewidmeten Verwendung der finanziellen Mittel für sich, den Bund, die OeKB oder einen anderen Bevollmächtigten ein jederzeitiges Auskunfts-, Buchprüfungs-, Betriebsprüfungs- und Einsichtsrecht im Sinne des § 82 Abs. 2 Z 1 und 2 Bundeshaushaltsgesetzes 2013 (BHG 2013), BGBl. Nr. 139/2009, einräumen zu lassen und das Unternehmen zu verpflichten, auf Verlangen sämtliche Unterlagen zur Verfügung zu stellen und Informationen zu erteilen, die erforderlich sind, um die zweckgewidmete Verwendung der finanziellen Maßnahme und die Rückführung zu prüfen.

Wie erfolgt die Antragsstellung – welche Unterlagen / Informationen müssen bereitgestellt werden?
Die Beantragung erfolgt online über den aws Fördermanager gemeinsam mit Ihrer Bank. Hierfür sind vom Ihrem Unternehmen folgende Informationen erforderlich (Eingabe am aws Fördermanager):

  • Ihren Finanzierungsbedarf (Kredithöhe)
  • Angabe, wofür die Finanzierung benötigt wird (laufende Kosten, Stundung von Tilgungen)
  • Anzahl der Beschäftigten umgerechnet in Vollzeitäquivalente für das Gesamtunternehmen (inkl. verbundener Unternehmen)
  • Bereits genehmigte De-minimis Förderungen Ihres Unternehmens  bzw. eines verbundenen Unternehmens im laufenden oder den beiden vorangegangenen Wirtschaftsjahren

Für Kredite über EUR 1,5 Mio. benötigen wir noch zusätzlich:

  • Eine kurze Beschreibung Ihres Unternehmens
  • Den letzten endgültigen Jahresabschluss (bis spätestens 9 Monate nach dem bilanzstichtag ist ein aktueller Jahresabschluss vorzulegen)

Das benötigen wir von Ihrer Bank

  • Grundsätzliche Bestätigung, dass Ihnen Ihre Bank einen Überbrückungskredit mit der aws Überbrückungsgarantie gewährt (Bank-Promesse)
  • Risiko-Einschätzung Ihrer Bank (einjährige Ausfallswahrscheinlichkeit)
  • Bestätigung, dass Ihr Unternehmen VOR der Corona-Krise in keinen ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten war (URG)

    Hinweis: Diese Informationen übermittelt die Bank an die aws.
    Wichtige Information! Das Absenden des Antrages ist nur durch das finanzierende Institut (Bank) möglich.

Umfang der Garantien
Die Garantie der Republik deckt bis zu 100% der Kreditsumme ab. Damit werden Betriebsmittelkredite besichert. Die Obergrenze dafür sind maximal 3 Monatsumsätze oder maximal 120 Mio. Euro. Diese kann nur in begründeten Ausnahmefällen erhöht werden. Die Laufzeit beträgt maximal 5 Jahre und kann um bis zu 5 Jahre verlängert werden.

Höhe des Garantieentgelt
Es kommt ein Kreditzinssatz von höchstens 1% sowie Garantieentgelte, die von der EU vorgeschrieben sind und je nach Größe des Unternehmens und Laufzeit der Garantie zwischen 0,25 und 2% betragen zur Anwendung.

Beantragung der Garantie
Single-Point of Contact  ist die Hausbank. Diese füllt gemeinsam mit dem Unternehmen den Antrag aus. Je nach Unternehmen wird dieser Antrag dann an

  • die Oesterreichische Kontrollbank (Großunternehmen)
  • die Austria Wirtschaftsservice GmbH (Klein- und Mittelbetriebe) oder
  • die Österreichische Hotel- und Tourismusbank GmbH (Tourismusunternehmen) weitergeleitet.

Über diese drei Förderstellen werden von der COFAG Kreditgarantien für von Banken an Unternehmen vergebene Kredite ausgestellt.  Von der COFAG werden von der Kreditsumme 90% garantiert. Weiter wurde bereits verlautbart, dass sogar Garantieübernahmen bis zu 100% möglich sind. Dies vor allem um die Genehmigung der Finanzierungen durch die Hausbank zu beschleunigen und schneller Liquidität in Unternehmen zu bringen.

Ab wann Kann die Garantie beantragt werden?
Ein Antrag ist ab 8. April möglich. Es gilt hier jedoch abzuwarten welche genauen Bestimmungen die (noch nicht veröffentlichten) Förderrichtlinien enthalten.

Hilfreiche Links zu Garantieleistungen

Richtlinie zu Garantieleistungen

AWS – Information „Liquidität rasch sichern“

Zuschüsse

Anmerkung: Die Richtlinien für Zuschüsse sind noch nicht
veröffentlicht. Die folgenden Ausführungen richten sich nach den aktuell
verfügbaren Informationen.

Für Unternehmen, die von den Maßnahmen entsprechend betroffen sind, können Teile der aufgenommenen Finanzierung im Zuge des Corona Hilfs-Fonds in nicht rückzahlbare Zuschüsse umgewandelt werden.

Der Fixkostenzuschuss ist gestaffelt und abhängig vom Umsatzausfall des Unternehmens, wenn diese binnen 3 Monaten 2.000 Euro übersteigen, zahlt der Bund:

  • 40 – 60% Ausfall: 25% Ersatzleistung
  • 60 – 80% Ausfall: 50% Ersatzleistung
  • 80-100% Ausfall: 75% Ersatzleistung

Voraussetzungen

  • Der Standort und die Geschäftstätigkeit müssen in Österreich sein und Fixkosten müssen in Österreich operativ angefallen sein
  • Das Unternehmen erleidet im Jahr 2020 während der Corona-Krise einen Umsatzverlust von zumindest 40%, der durch die Ausbreitung von COVID-19 verursacht ist
  • Unternehmen müssen sämtliche zumutbare Maßnahmen setzen, um die Fixkosten zu reduzieren und die Arbeitsplätze in Österreich zu erhalten.
  • Unternehmen, die vor der Covid-19-Krise ein gesundes Unternehmen waren

Die Anträge haben eine Darstellung der tatsächlich entstandenen Fixkosten und der tatsächlich eingetretenen Umsatzausfälle zu enthalten. Die Angaben sind vor Einreichung vom Steuerberater / Wirtschaftsprüfer zu prüfen und zu bestätigen.

Was sind Fixkosten?

Grundsätzlich Geschäftsraummieten (wenn der Mietzins nicht reduziert werden konnte und in unmittelbaren Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit steht), Versicherungsprämien, Zinsaufwendungen (sofern diese nicht gestundet werden konnten), betriebsnotwendige, vertragliche Zahlungsverpflichtungen (die nicht gestundet oder reduziert werden konnten), Lizenzkosten, Zahlungen für Strom / Gas / Telekommunikation.

Daneben: Wertverlust bei verderblichen/saisonalen Waren, sofern diese während der Covid-Maßnahmen mind. 50 % des Wertes verlieren.

Ausnahmen vom Fixkostenzuschuss

Unternehmen, die mehr als 250 Mitarbeiter zum 31.12.2019 beschäftigt haben und Mitarbeiter gekündigt haben, statt die Kurzarbeit nach Ausbruch der COVID-19-Krise in Anspruch zu nehmen. Ausgenommen ist zudem der gesamte Finanz- und Versicherungsbereich (Banken, Kreditinstitute, Versicherungen, Wertpapierfirmen und andere Finanzunternehmen, die prudentiellen Aufsichtsbestimmungen unterliegen).

Weiterführende Links und Informationen

Auf den folgenden Seiten finden Sie die seitens der Ministerien und Kammern bereitgestellten Informationen:

Bundesministerium für Finanzen

Wirtschaftskammer

Haben Sie Fragen?

Wir stehen Ihnen jederzeit gerne für ein Beratungsgespräch zur Verfügung. Sie erreichen uns bezüglich einer Terminvereinbarung telefonisch unter +43 (0)2623 72357 , per Mail unter office@gutmann-consulting.at oder über unser Kontaktformular auf unserer Webpage.

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